Gruppenbehandlung

In meiner Praxis arbeite ich schwerpunktmäßig mit Gruppentherapien oder einer Kombination aus Gruppen- und Einzeltherapie. Eine reine Einzeltherapie erfolgt nur bei spezieller Indikation. Aktuell biete ich Gruppen mit den Schwerpunkten “Komplextrauma / Bindungstrauma”, “Hypnose”, G-TEP/EMDR” und “Burnout” an.

Das Ziel in einer Gruppe ist, durch Kommunikation und Interaktion mit den Gruppenmitgliedern das eigene Verhalten zu reflektieren, besser zu verstehen und dadurch eine persönliche Veränderung zu erreichen. Die Gruppe bietet einen geschützten Rahmen und vielfältige methodische Möglichkeiten, um die eigenen Probleme zu bearbeiten. Jede(r) Einzelne kann aus dem Lern- und Erfahrungsschatz der anderen Gruppenmitglieder schöpfen. Aus meiner Erfahrung führt gegenseitige Offenheit und das Gefühl, von den anderen Gruppenmitgliedern verstanden zu werden, zu einer besonders vertrauensvollen und produktiven Arbeitsatmosphäre.

Die Gruppengröße ist auf maximal 9 Patient*innen begrenzt. Eine Gruppensitzung dauert 100 Minuten und findet in regelmäßigem Rhythmus statt. Ich biete meine Gruppen sowohl als “geschlossene” als auch “offene” Gruppen an. Bei einer “geschlossenen Gruppe” fangen alle Gruppenmitglieder zu einem festen Termin an, so dass die Zusammensetzung der Gruppe über die gesamte Behandlung gleich bleibt. Dies fördert den Aufbau von Vertrauen und einen tiefergehenden, gemeinsamen therapeutischen Prozess. Bei einer “offenen Gruppe” können Teilnehmer*innen zu verschiedenen Zeitpunkten in die Gruppe einsteigen, so dass die Zusammensetzung der Gruppe variiert.

Um mit Ihnen zu prüfen, ob Sie mit Ihrer Symptomatik von einer meiner Gruppenangebote profitieren können, mache ich mit Ihnen zunächst eine Psychotherapeutische Sprechstunde im Einzelkontakt. Wenn eine Gruppe für Sie in Frage kommt, können Sie sich nach der Psychotherapeutischen Sprechstunde für einen Gruppenplatz entscheiden und kommen auf die entsprechende Warteliste. Vor dem Beginn einer neuen Gruppe führe ich zunächst mit allen Gruppenmitgliedern weitere Vorgespräche. Neben der Bearbeitung von Antragsformularen geht es bei diesen Einzelsitzungen um die Entwicklung eines individuellen Störungsmodells der eigenen Problematik und daraus abgeleiteter Behandlungsziele.

Gruppenpsychotherapeutische Grundversorgung

Seit Oktober 2021 gibt es zur Förderung der Gruppenpsychotherapien für gesetzlich versicherte Patient*innen die Möglichkeit, an einer gruppenpsychotherapeutischen Grundversorgung teilzunehmen. Diese Gruppe umfasst vier Termine à 100 Minuten und dient sowohl zur ersten Symptomlinderung als auch zur Vorbereitung auf eine anschließende Gruppenpsychotherapie.

kPTBS-Gruppe (geschlossene Gruppe)

Die Abkürzung kPTBS steht für Komplexe Posttraumatische Belastungsstörung. Die kPTBS-Gruppe ist gedacht für Patient*innen mit Entwicklungs- und Bindungstrauma bzw. einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung. Es gibt Vor- und Nachmittagsgruppen, die eine geschlossene Gruppe bilden, also mit einer festen Zusammensetzung der Teilnehmer*innen. Die Dauer ist auf eine Langzeittherapie (60-80 Sitzungen) angelegt. Bei der jeweiligen Krankenkasse wird eine Kombinationsbehandlung aus Gruppe und Einzel mit überwiegend Gruppe beantragt. Das bedeutet, der Schwerpunkt liegt auf den wöchentlichen Gruppensitzungen, die Einzel finden monatlich statt. In den Einzelsitzungen liegt der Fokus auf der konkreten Traumabearbeitung, z.B. mittels EMDR (Eye Movement Desensitization Reprocessing).

Inhaltlich wird in den ersten Gruppensitzungen über die Entstehung, Aufrechterhaltung und Bearbeitung einer Komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung informiert und ein Prinzip der Ego-States als gemeinsame Arbeitsgrundlage erläutert. In der Gruppe wird nicht über die persönlichen Traumainhalte gesprochen, sondern über die Folgen der erlebten Traumatisierungen in Form von Symptomen und dysfunktionalen Verhaltensmustern, die sich in der Beziehung zu sich selbst und anderen Menschen zeigen. Im Verlauf der Gruppenbehandlung bringen die Teilnehmer*innen ihre dahingehenden Themen in die Gruppe ein, die gemeinsam analysiert und lösungsorientiert bearbeitet werden. Ebenso wird auf interaktionelle oder kommunikative Probleme eingegangen, die sich in der Gruppendynamik ergeben, um soziale Kompetenzen zu verbessern und korrigierende Beziehungserfahrungen zu ermöglichen.

Dieses Gruppenkonzept ist gut geeignet für komplex traumatisierte Menschen, die sich bewusst mit ihren Symptomen und interaktionellen Schwierigkeiten auseinandersetzen und traumakonfrontativ an ihren Traumanetzwerken arbeiten möchten. Weniger gut geeignet ist dieser Ansatz für Patient*innen, die keine gute Fähigkeit haben, auf einer Metaebene (= übergeordnete Perspektive) ihre Probleme zu betrachten, oder die zu viele akute “soziale Baustellen” haben (z.B. akute Trennungs-/Scheidungskonflikte, laufende Gerichtsverfahren, Auseinandersetzungen mit Behörden, akute Wohnungsnot, akute finanzielle Probleme).

kPTBS-Gruppe (offene Gruppe)

Die offene kPTBS-Gruppe ist für Patient*innen geeignet, die eine weniger hohe Frequenz der Therapiesitzungen benötigen oder wünschen. Die Gruppe findet alle 3 Wochen statt und ist im Unterschied zu den geschlossenen kPTBS-Gruppen teilnehmeroffen, d.h. die Gruppenzusammensetzung kann variieren und wird fortlaufend angeboten. Aktuell gibt es eine Freitagvormittag- und eine Donnerstagnachmittag-Gruppe. Inhaltlich werden in dieser Gruppe die eingebrachten Themen der Teilnehmer*innen lösungsorientiert bearbeitet. Die Offene Gruppe bietet sowohl für neue Patient*innen als auch für Bestandspatient*innen ein niederfrequentes, gruppentherapeutisches Angebot, welches mit Einzelsitzungen begleitet werden kann.

Hypnose-Gruppe (offene Gruppe)

In der Hypnosegruppe wird zu Beginn der Unterschied zwischen Show-Hypnose und den Wirkmechanismen der Klinischen Hypnose deutlich gemacht. Anhand der individuellen Themen der Teilnehmer*innen werden in jeder Sitzung passende Hypnoseeinheiten durchgeführt, die gemeinsam in der Gruppe vor- und nachbesprochen werden. Die gesprochenen Texte können als Audiodatei aufgenommen und zum Üben der Methode zuhause verwendet werden. In der Gruppe liegt der Fokus nicht auf einer Gruppenarbeit, sondern jedes Gruppenmitglied durchlebt durch die wiederholte Arbeit mit dem Unbewussten einen individuellen, lösungsorientierten Veränderungsprozess. Die persönlichen Erfahrungen aus den Hypnoseeinheiten werden mit den Gruppenteilnehmer*innen geteilt und so der persönliche Prozess im Gruppensetting begleitet und unterstützt. Diese Gruppe ist gut geeignet für Patient*innen, die sich auf die Arbeit mit Hypnose einlassen wollen und bereit sind selbstständig und regelmäßig mit der Methode zu arbeiten. Die Hypnose-Gruppe findet in 14-tägigem Rhythmus Dienstagnachmittag als offene Gruppe statt, d.h. die Teilnehmer*innen können variieren.

G-TEP-Gruppe (offene EMDR Gruppe)

G-TEP (Group Traumatic Episode Protocol) ist ein strukturiertes EMDR-Gruppenprotokoll von Elan Shapiro zur Behandlung von traumatischen Erlebnissen oder anhaltendem Stress. Es ermöglicht die hoch effektive EMDR-Methode zur Verarbeitung belastender Erinnerungen bei mehreren Personen gleichzeitig anzuwenden, ohne dass Inhalte in der Gruppe geteilt werden müssen. Es handelt sich um eine “geführte Selbsthilfe”, bei der die Teilnehmer*innen die traumatische Erfahrung mittels eines Arbeitsprotokolls strukturiert durchlaufen. Das G-TEP Protokoll beinhaltet Ressourcenstärkung, Verarbeitung durch bilaterale Stimulation und Erdungsübungen. Wissenschaftliche Studien belegen eine effektive und signifikante Reduktion der Belastungssymptome durch diese Methode. Die G-TEP-Gruppe findet nach einer Einführung der Technik und Erläuterung des Arbeitsprotokolls in 14-tägigem Rhythmus Dienstagnachmittag als offene Gruppe statt, d.h. die Teilnehmer*innen können variieren.

Burnout-Gruppe

Die Burnout Gruppe ist eine geschlossene Gruppe im Umfang einer Kurzzeittherapie. Von den insgesamt 24 Sitzungen finden 20 in der Gruppe in wöchentlicher Frequenz statt. 4 Termine können als Einzelsitzungen begleitend zur oder ausschleichend nach der Gruppe genutzt werden. Die Gruppenzusammensetzung besteht aus Patient*innen, die unter einem Burnout-Syndrom leiden. Zu Beginn der Gruppe erfolgt eine Psychoedukation zu neuropsychologischen Grundlagen der Stressverarbeitung und Folgen von chronischem Stress. Im weiteren Verlauf wird an den persönlich eingebrachten Themen gemeinsam in der Gruppe lösungsorientiert gearbeitet.

Wenn Sie sich für eine Gruppenbehandlung interessieren oder noch weitere Fragen haben, können Sie mich in meiner Telefonsprechzeit kontaktieren.